Michaela Classen

Michaela Classen macht in hintergründig beunruhigenden Bildern sichtbar, dass Kindheit oft kein Kinderspiel ist.



Bilderzyklus "Reise nach Jerusalem"

In ihrem Bilderzyklus "Reise nach Jerusalem" verleiht Michaela Classen Kindern malerisch ein Gesicht, die der nationalsozialistischen Verfolgung in Frankreich zum Opfer fielen. Als Vorlage dient ihr das Gedenkbuch von Beate und Serge Klarsfeld „Endstation Ausschwitz: Die Deportation deutscher und österreichischer jüdischer Kinder aus Frankreich“ mit vielen tausenden Fotos, Lebensdaten, Herkunftsort und Nummer des Transports der ermordeten Kinder. Dabei geht es der Künstlerin nicht um bloßes Abmalen, sondern sie folgt ihrer Inspiration, die die Fotos in ihr hervorrufen. Die individuellen Charaktere unterstreicht sie mit Attributen, die sie den Kindern gibt: ein Hund, ein Ball, ein Buch. Namen wie Max und Henri Goldberg, Bell und Jeanine Gotteiner oder Sala Scheer, um nur einige wenige zu nennen, bekommen dadurch wieder ein Leben, eine Physiognomie, eine äußere Erscheinung und werden so dem Vergessen entrissen.  

Zum Bilderzyklus "Reise nach Jerusalem" erschien ein Katalog:

Michaela Classen, Reise nach Jerusalem : Porträts zur Erinnerung an jüdische Kinder / Hrsg.: Kunstverein Südsauerland e.V. und Galerie KK. [Mit e. einführenden Essay von Beate und Serge Klarsfeld aus ihrer Publikation "Endstation Auschwitz - Die Deportation dt. und österr. jüdischer Kinder aus Frankreich, Böhlau-Verl. Köln 2008]. - Olpe : Kunstverein Südsauerland ; Essen : Galerie KK, 2013. - 60 S., überw. Abb., 15,00 €