Hartmut Kiewert - ANIMAL UTOPIA II
Freitag, 6. März 2020 -  Samstag, 23. Mai 2020

Unser Verhältnis zu Tieren ist zutiefst ambivalent. Während wir den einen gleichsam den Status von Familienmitgliedern zugestehen, verschließen wir die Augen vor dem Leid der anderen, denen wir die Rolle als Lieferanten von Nahrung und Kleidung zugewiesen haben. Diese willkürliche Einteilung in Haus- und Nutztiere hebt Hartmut Kiewert in seinen Bildern auf und entwirft in malerisch großartigen Szenarien die Utopie eines neuen Mensch-Tier-Verhältnisses. Da tauchen Kühe, Schweine oder Hühner ganz selbstverständlich in unserer Alltagswelt auf, bevölkern Straßen und Einkaufszentren oder nehmen auf unseren Sofas Platz. Da picknicken Menschen und Tiere gemeinsam und entspannt in surrealistischen Landschaften, während im Hintergrund die Ruinen von Fleischfabriken, Mastanlagen und Schlachthöfen langsam zerfallen. Regelmäßig porträtiert der Künstler aber auch einzelne Tierpersönlichkeiten, die er bei Aufenthalten auf Lebenshöfen kennenlernt. So manche finden sich dann in seinen großen Szenarien wieder. Hartmut Kiewert ruft in seinen Bildern den Betrachter auf, eine andere Perspektive einzunehmen und Tiere als das zu begreifen, was sie sind - soziale, leidensfähige Individuen wie wir. 

 

Hartmut Kiewert

 

Stationen • 1980 in Koblenz geboren, 2001-2003 Studium der Architektur an der TU Berlin, 2003-2010 Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Kunst und Design, Burg Giebichenstein, Halle, 2010 Diplom mit Auszeichnung, 2010-2012 Aufbaustudium bei Prof. Thomas Rug, Kunsthochschule Burg Giebichenstein, Halle, seit 2013 freischaffender Maler und Grafiker in Leipzig

 

Auszeichnungen • 2012 Pilotenküche, Atelierstipendium, Spinnerei, Leipzig, 2007-2010 Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes

 

Ausstellungen • seit 2005 Einzelausstellungen u. a. in Leipzig, Halle, Berlin, Münster, Essen ("Evolution of Revolution", Sanaa-Gebäude 2012) sowie zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen, u. a.  in der Städtischen Galerie "Die Fähre" Bad Saulgau (zusammen mit Pavel Feinstein, Rudi Hurzlmeier und Bruno Pontiroli), Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg an der Lahn, Kunsthalle Hannover